Blick vom Strandübergang über die Düne auf die Nordsee und nach Westerland

Sylter
Landschaft & Natur

Inhalt

Sylt ist ein einzigartiges Naturparadies an der Nordseeküste, geprägt von einer faszinierenden Vielfalt an Landschaftsformen. Die Insel bietet nicht nur das raue, offene Meer und über 40 Kilometer feinen Sandstrand, sondern auch den die Insel umgebenen Nationalpark Wattenmeer mit seinen weiten Wattflächen und seiner einzigartigen Artenvielfalt. Majestätische Dünen und schützende Deiche prägen die Szenerie und sind Heimat für eine artenreiche Flora und Fauna. Hier findest du seltene Vogelarten, weite Salzwiesen und Pflanzen, die von der einzigartigen Kraft der Gezeiten geformt werden. Erlebe eine Landschaft, die sich ständig wandelt und dabei eine Fülle an Leben beherbergt.

Einleitung

Nordsee: Wellen, Watt und Leben

Die Nordsee vor Sylt ist ein faszinierendes Naturwunder, das nicht nur zum Träumen einlädt, sondern auch ein facettenreiches Ökosystem offenbart. Von der beeindruckenden Kulisse des Roten Kliffs bis hin zu den unermüdlichen Wellen, die sich an den Sandstränden brechen, zieht die Kraft des Meeres jeden in ihren Bann. Ein Ort, wo der Wind kräftig weht, der Mond Ebbe und Flut bestimmt und das Wattenmeer unzähligen Tieren und Pflanzen einen einzigartigen Lebensraum bietet. Tauchen Sie ein in die Geheimnisse des Meeres und erleben Sie das Zusammenspiel von Naturgewalten hautnah.

Strandübergang zur Nordsee in Rantum, im Vordergrund ist die bewachsene Düne, im Hintergrund die Nordsee zu sehen
Strandübergang zur Nordsee in Rantum, im Vordergrund ist die bewachsene Düne, im Hintergrund die Nordsee zu sehen

Wo der weite, weiße Sandstrand auf die tosenden Wellen trifft, beginnt die unendliche Weite der Nordsee. Vom beeindruckenden Roten Kliff aus reicht der Blick über das Meer – fast bis nach England, wäre da nicht die Erdkrümmung, die es uns verwehrt. An diesem Punkt ist der Wind besonders stark, meist weht er aus West oder Nordwest und verleiht der Küste ihre wilde, unverkennbare Dynamik. Mit einer durchschnittlichen Tiefe von 94 Metern ist die Nordsee ein Flachmeer, doch vor Sylt fällt der Meeresboden schon nach wenigen Hundert Metern auf bis zu zehn Meter ab. Dieser steile Strandabfall, einzigartig im Vergleich zu anderen Wattenmeer-Inseln, sorgt nicht nur für die besten Surfbedingungen an der gesamten deutschen Nordseeküste, sondern schützt auch ein wertvolles Rückzugsgebiet für Schweinswale.

Nordsee bei Ebbe vor Sylt
Nordsee bei Ebbe vor Sylt

Ebbe und Flut entstehen durch die Anziehungskraft von Sonne und Mond sowie durch Fliehkräfte der Erdrotation. Der Mond zieht das Wasser der Ozeane an, wodurch ein Flutberg auf der mondzugewandten Seite entsteht. Gleichzeitig sorgt die Fliehkraft auf der gegenüberliegenden Seite für einen weiteren Flutberg, was an zwei Küsten gleichzeitig Gezeiten erzeugt.

Springtiden, besonders starke Gezeiten, treten bei Voll- und Neumond auf, wenn Sonne, Mond und Erde in einer Linie stehen. Bei starkem Wind können Springtiden sogar zu Sturmfluten führen. Die genaue Wirkung der Gezeiten wird durch die Küstenform und den Einfluss der kosmischen Kräfte auf die Ozeane beeinflusst.

Wattwürmer
Wattwürmer

Tiere des Wattbodens | Auffällig auf dem Sandwatt sind die Sandschnüre des Pierwurms, der in einer J-förmigen Röhre lebt und Plankton aus dem Seewasser filtert. Der Bäumchenröhrenwurm verfeinert diese Strategie, indem er Sandkörnchen zu kleinen Verästelungen zusammenklebt, die Plankton aus der Strömung fangen. Im Mischwatt lebt der Gummibandwurm, auch „Kotpillenwurm“ genannt, der kleine schwarze Kügelchen auf der Oberfläche hinterlässt.

Schwimmkrabbe Sand
Schwimmkrabbe Sand

Das weiche Schlickwatt wird von der sagenhaften Wattschnecke dominiert. Die ist nicht größer als ein Stecknadelkopf und kommt an manchen Stellen mit bis zu 120.000 Exemplaren pro Quadratmeter vor. Flankiert wird sie vom Schlickkrebs, der nicht größer als 1 cm wird und mit seinen Scheren geweihartige Spuren in den Schlick kratzt, um Nahrung zu sammeln. Überall im Watt huschen noch die handtellergroßen Strandkrabben über die Oberfläche und erbeuten alles, was sie kriegen können.

Vogelscharm über Sylt
Vogelscharm über Sylt

Vögel und Fische

Das Wattenmeer ist eine zentrale Station für den internationalen Vogelzug. Jährlich rasten bis zu 12 Millionen Vögel hier, um sich mit Würmern, Krebsen und Muscheln für ihre langen Flüge zu stärken. Zwischen Ostafrika und Sibirien gibt es nur hier so reichlich Nahrung. Im Frühjahr fliegen sie zu ihren Brutgebieten in Sibirien, im Herbst zurück nach Frankreich, Ostafrika oder bis in die Antarktis. Einige Vogelarten wie Austernfischer und Uferschnepfen brüten auch im Watt.

Mit der Flut wirkt das Watt wie ein Meer und bringt Fische, Krabben und Krebse. Das Wattenmeer ist zudem die Kinderstube für Nordseefische wie Schollen und Seezungen sowie für Miesmuscheln und Nordseekrabben.

Wattenmeer in Morsum
Wattenmeer in Morsum

Pflanzen im Watt

Der goldgelbe Überzug auf einigen Schlickflächen stammt von Kieselalgen. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man winzige Sauerstoffbläschen, die von bis zu einer Million Algenzellen pro cm² produziert werden. Die Großalgen im Watt sind robuster: Der grüne Meersalat, der essbar ist, treibt bei Flut auf der Wasseroberfläche. Der Blasentang, eine Braunalge, haftet hingegen an festen Objekten wie Muscheln oder Steinen. Bei Flut sorgen seine Luftblasen für Auftrieb, sodass er aufrecht im Wasser steht und Photosynthese betreibt. Auf Miesmuschelbänken wächst nur blasenloser Blasentang, um die Muscheln nicht aus der Verankerung zu reißen. Der Queller, der an eine Wüstenpflanze erinnert, bildet den Übergang zur Salzwiese. Obwohl er alle 12 Stunden geflutet wird, speichert er Süßwasser in seinem Körper. Das hohe Schlickgras, ursprünglich aus Amerika, bildet rundliche Horste in der Gezeitenzone.

Einleitung

Unterwegs im Wattenmeer

Die Dünen von Westerland im Wind, im Hintergrund die Nordsee
Einleitung

Sylter Strände

Vierzig Kilometer weißer Sandstrand ohne nennenswerte Barrieren. Das ist das einmalig Schöne am Sylter Strand: Anders als auf Mallorca, Kreta oder Korfu kann man hier stundenlang in alle Richtungen Strandwandern. Der Flutsaum bietet jeden Tag spannende Funde: seltene Muschel- und Schneckenschalen, interessante Kiesel aus der Eiszeit, merkwürdige „Gewächse“, die sich als Meerestiere herausstellen und manchmal sogar schimmernde Bernsteine zwischen abgelagerten Torfresten des Mittelalters. Wer in stillen Stunden wandert, kann auch mal eine Begegnung mit einem rastenden Seehund, einer Kegelrobbe oder schlafenden Vogeltrupps haben.

Inhalt
Strandkörbe im Sonnenlicht am Westerländer Nordseestrand

Strandkorb mit Meerblick

Einleitung

Die Heide - kostbarer Schatz

Auf Sylt gibt es zwei unterschiedliche Heidegebiete: die Geestheide und die Dünenheide. Beide zusammen machen die Hälfte des schleswig-holsteinischen Heidebestandes aus. Deshalb steht ein Großteil der Insel unter strengem Naturschutz.

Blühende Heide in Braderup mit Blick auf das Wattenmeer
Blühende Heide in Braderup mit Blick auf das Wattenmeer

Die Geestheide

Sie wächst auf höheren Rücken der Insel zwischen Wenningstedt, Kampen, Braderup und Munkmarsch. Ein weiteres Gebiet liegt bei Morsum.

Am beeindruckendsten ist es, die Heide bei Braderup zu erwandern: Mit majestätischem Blick von der hohen Geest über das Wattenmeer geht es auf kleinen Spazierpfaden durch die eigentümliche Kulturlandschaft.

Bank in der Heide an der Kupferkanne in Kampen mit Blick aufs Wattenmeer
Bank in der Heide an der Kupferkanne in Kampen mit Blick aufs Wattenmeer

Dünen

Die Dünenlandschaft erstreckt sich von Kampen bis zum Ellenbogen und von Westerland bis Hörnum. Anders als auf den Ostfriesischen Inseln bildet hier die „Tausendjährige Heide“ den Hauptaspekt. Diese sogenannten Braundünen leuchten die meiste Zeit des Jahres im Tannengrün der Krähenbeere. Einzelne Dünentypen unterscheiden sich in ihrer Ausprägung: Während die Braundüne mit Krähenbeere, Besenheide und in den feuchten Dünentälern mit rosa blühender Glockenheide überzogen ist, bildet die anspruchslose Graudüne karge Inseln von Silbergrassteppen und Rentierflecht.

Einleitung

Insel-Kliffe

Wo der feste Kern der Insel vom Meer abgetragen wird, entstehen Kliffe. Zwei der Sylter Abbruchkanten sind besonders herausragend: Das Rote Kliff und das Morsum Kliff.

Stein am Morsum-Kliff
Stein am Morsum-Kliff

Das Morsum Kliff

Das Morsum Kliff ist durch seine geologische Anordnung einzigartig in Europa, als ältestes Naturschutzgebiet Schleswig-Holsteins besonders schützenswert. Die besonderen Gesteinsformationen sorgen für ein einzigartiges Farbspektrum, das in der Natur seines gleichen sucht. Besonders zum Sonnenaufgang ist das Morsum Kliff eine einzigartige Location für tolle Fotos.

Rotes Kliff in Kampen auf Sylt mit Strandkörben davor
Rotes Kliff in Kampen auf Sylt mit Strandkörben davor

Weitere Kliffe

Das Rote Kliff gehört zu den Wahrzeichen der Insel Sylt. Es erstreckt sich auf der Strandseite zwischen Wenningstedt bis Kampen und besticht besonders durch seine rote Farbe.

Das „Grüne-“ und das „Weiße Kliff“ befinden sich zwischen Keitum und Braderup auf der Wattseite.

Einleitung

Natürlich typisch Sylt

Wer an die Tier- und Pflanzenwelt von Sylt denkt, dem fallen aufgrund der Nordseelage vermutlich zunächst Möwen ein. Dabei sind die kreischenden Seevögel nicht das einzige, was „typisch Sylt“ ist.

Inhalt

Vor Sylt gibt es die Möglichkeit, Schweinswale zu beobachten. Die ca. 1,8 m langen Schweinswale gehören zu den kleinsten Walen und sind „Cousins“ der Delphine. Sie werden auch kleine Tümmler genannt und jagen direkt vor der Insel Kleinfischen nach. In Deutschland gibt es kaum einen besseren Standort als den Sylter Strand, um die kleinen Nordseewale zu sichten. Da sie im Sommer ganz nah ans Ufer kommen, gibt es hier kostenloses „Whale-Watching“ für alle. 2022 wurde der Schweinswal zum Tier des Jahres gewählt!

Seehunde sind seit jeher die Publikumslieblinge und Charaktertiere der Wattenmeerküste. Bei Sylt liegen die größten Rastplätze dieser Robben. Deshalb ist es ganz natürlich, dass beim Strandspaziergang hin und wieder ein putziger Seehundkopf aus dem Wasser schaut. Sie gebären zwischen Mai und Juli ihre Jungen auf einsamen Sandbänken im Wattenmeer.

Das größte Raubtier Deutschlands ist die Kegelrobbe. Bei Sylt kommt sie regelmäßig vor, weil in Inselnähe eine bekannte Wurfbank liegt, wo die Tiere im Spätherbst und Winter ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Besonders Sylt-typisch ist Willy. Die weibliche Kegelrobbe besucht schon seit zwanzig Jahren den Hörnumer Hafen und lässt sich gern mit Fisch locken.

Der typischste, weil auffälligste Seevogel Sylts ist sicherlich die Möwe. Die Vögel sind Allesfresser. Am liebsten fischen sie Fisch und Muscheln, aber als „Gesundheitspolizei“ vernichten sie auch sämtliches Aas, welches am Strand zu finden ist. Leider haben sich manche auch auf Brötchen, Eis und Crêpes spezialisiert. Deshalb gilt unbedingt: Füttern verboten und aufpassen beim Essen!

Die japanische Apfelrose ist auf der Insel so verbreitet, dass sie hier „Sylt-Rose“ genannt wird. Im Juni beginnt sie, wunderschön zu blühen und zu duften. Danach schmückt sie Wegränder und Dünenbereiche mit ihren dicken, orange-roten Hagebutten. Dem Naturschutz ist sie ein Dorn im Auge, weil sie als eingewanderte Art heimische Seltenheiten verdrängt.

Die tannengrüne Krähenbeerenheide wächst als Zwergstrauch in den Dünen. Große Teile der Dünenheiden im Norden und Süden der Insel sind von ihr überzogen und bilden die „Braundünen“. Ihre Blüte im April wird meist übersehen, da sie ganz unscheinbar ist. Auffälliger sind ihre schwarzblauen Beeren im Sommer, die Krähenbeeren. Diese fallen besonders als violetter Vogelschiss auf. Denn tausende Vögel ernten die Krähenbeeren als wichtige Zwischenmahlzeit.

Die tannengrüne Krähenbeerenheide wächst als Zwergstrauch in den Dünen. Große Teile der Dünenheiden im Norden und Süden der Insel sind von ihr überzogen und bilden die „Braundünen“. Ihre Blüte im April wird meist übersehen, da sie ganz unscheinbar ist. Auffälliger sind ihre schwarzblauen Beeren im Sommer, die Krähenbeeren. Diese fallen besonders als violetter Vogelschiss auf. Denn tausende Vögel ernten die Krähenbeeren als wichtige Zwischenmahlzeit.

Die Stranddistel wächst einzeln oder in kleinen Gruppen in unmittelbarer Strandnähe und versorgt sich über ihre bis zu einem Meter lange Pfahlwurzel mit Wasser. Im August ziehen die blauen Blüten zahlreiche Schmetterlinge und andere Insekten an, bevor die Samen im September abfallen und vom Wind verbreitet werden. Früher war die Stranddistel eine sehr populäre Blume an den Nord- und Ostseeküsten, heute ist sie durch Ausgraben, Abpflücken und Kaninchenverbiss überall in Schleswig-Holstein stark gefährdet.

Einleitung

Sylter Wiesen

Sylt wird geprägt durch eine blühende Wiesenlandschaft, die einen attraktiven Lebensraum für viele Tiere darstellt. Charakteristisch für die Nordfrieseninsel sind dabei vor allem die Salz- und Feuchtwiesen.

Naturschutzgebiet in Morsum auf Sylt
Naturschutzgebiet in Morsum auf Sylt

Salzwiesen

liegen außendeichs und gehören zu den seltensten Landschaften Europas und stehen daher unter Naturschutz. Auf Sylt ziehen sie sich als schmaler Streifen entlang der Wattenmeerküste. Besonders eindrucksvoll sind die Sandsalzwiesen zwischen Rantum und Hörnum. Im Sommer lässt sich hier eine ungewöhnliche Blütenpracht erleben. Unbeweidet zeigen sich violetter Wattflieder, rosa Strandnelken und graugrüner Strandbeifuß, dazwischen das Grün des Quellers, des Andel- und Rotschwingelrasens und des Stranddreizacks. Allesamt Pflanzen, die salztolerant sind.

Salzwiesen in Archsum auf Sylt
Salzwiesen in Archsum auf Sylt

Feuchtwiesen

gibt es zwischen Morsum und Westerland. Südlich von Keitum liegen die Tinnumer und Archsumer Wiesen der Nössehalbinsel. Im Frühjahr und Herbst kann man hier Scharen von Grau- und Saatgänsen neben den schwarzweißen Ringel- und Nonnengänsen beobachten. Sie rasten hier binnendeichs während der Flut und fressen eiweißreiches Gras. Zur Brutzeit tummeln sich Kiebitze, Austernfischer und Uferschnepfen in den feuchten Senken des Gebietes. Mit Glück kann man im Frühjahr für wenige Wochen den Balztanz der Kampfläufer beobachten.

Bunte Blumenwiese auf Sylt
Bunte Blumenwiese auf Sylt

Blühwiesen

– schön und bunt sind sie anzusehen mit den verschiedenen Wildblumen und Bienen und Hummeln, die von Blume zu Blume summen. Aber wissen Sie, dass das farbenfrohe Blütenmeer überlebenswichtig ist für eine Vielzahl von Insekten und Vögeln? Genießen Sie die Schönheit der Blühwiesen oder gestaltet Sie Ihr eigenes Bienenparadies auf dem Balkon oder Ihrem eigenen Garten.

Einleitung

Sylts Wäldchen

Viele übersehen die Schönheit der zwölf kleinen Insel-Wäldchen. Vor 6 – 10.000 Jahren lag die Landschaft, die wir heute Sylt nennen, noch fernab des Meeres inmitten eines Waldgebietes. In der Jung-Steinzeit kamen die ersten Siedler und rodeten den Wald, um Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Mehr noch als die Menschen sorgte aber der rapide steigende Meeresspiegelanstieg dafür, dass hier bald kein Baum mehr wuchs. Wo einst Wälder rauschten, brandete nun das Meer. Salzwiesen und Dünen entstanden. Erst ab 1826 versuchten sich Sylter wieder mit Forstwirtschaft und legten kleine Gehölze in der Landschaft an. Das Ergebnis sind heute die knorrigen Wäldchen bei Kampen im Klappholttal (Krüppelholz-Tal) und in der Vogelkoje, sowie die Baumbestände in Westerland, Rantum, Hörnum und List.

Heute sind wieder die ältesten Wäldchen der Insel hoch oben auf dem alten Geestkern zu bestaunen. Sie wachsen auf dem alten Fliegerhorstgelände, das lange Zeit aus militärischen Gründen gesperrt war. Hier lohnt sich ein Spaziergang. Die Eichen des Uwe-Jens-Lornsen Hains sind bald 200 Jahre alt und wurden unter der Regie dieses berühmten Sohnes der Insel gepflanzt. Größere Bäume stehen in Sylt-Ost auf der Spitze der Nössehalbinsel nahe des Morsum Kliffs.

 

Inhalt
Nordsee Urlaub - Buhnen in der Nordsee
Einleitung

Meeresbewohner

Das Meer westlich vor Sylt ist mehr als nur ein Badegewässer. Mikroskopisch kleines Plankton bildet in der Nordsee die Nahrungsgrundlage für alles höhere Leben.

Typische Buhnen auf Sylt
Typische Buhnen auf Sylt

Und Leben ist in der Nordsee reichlich vorhanden: Makrelen, Kabeljau, Seehechte jagen kleineren Schwarmfischen nach, so etwa Heringen und Sandaalen. Diese, wie auch die Seeteufel, Knurrhähne, Schollen und Seezungen, ernähren sich wiederum von Muscheln, Schnecken, Krebsen und Würmern. Seehunde, Kegelrobben sowie Schweinswale bilden das obere Ende der Nahrungskette. Erstere beiden Säuger sind im Wasser äußerst flink und geschickt. Am Land jedoch machen sie es sich auf den Sandbänken bequem und dösen gemütlich in der Sonne.

Auf Sylt können Gäste mit dem Meeresleuchten ein faszinierendes Phänomen erleben. Zu besonderen Wetterlagen, meist im Sommer nach schwülen, windstillen Strandtagen, beginnt das Meer zu leuchten, wenn sich bestimmte lichtsendende Mikroorganismen stark vermehrt haben. Es muss dafür stockdunkel sein. Die Wellenkämme funkeln in einem grünlichen Schimmer und wenn man die Füße ins Wasser steckt, glitzert es bei jeder Bewegung.

INSEL SYLT TOURISMUS-SERVICE

Einleitung

Seevögel auf der Insel

Bei Vögeln auf Sylt fällt einem zuerst die typische Möwe ein. Es gibt aber zahlreiche verschiedene Möwenarten. Besonders häufig sind Silbermöwen (fleischfarbene Beine) und Lachmöwen (zierlich, zur Brutzeit schokoladenbrauner Kopf). Dazu gesellen sich aber auch Heringsmöwen (dunkle Deckfedern, gelbe Beine), Mantelmöwen (groß, dunkle Deckfedern, fleischfarbene Beine), Sturmmöwen (zierlicher, grüngelbe Beine) und seltener, Dreizehenmöwen (schwarze Beine).

Sanderling am Flutsaum der Sylter Nordsee
Sanderling am Flutsaum der Sylter Nordsee

Strandspaziergängern fallen neben Möwenarten vor allem schwarz-weiße Eidererpel auf, die meist unweit des Strandufers truppweise im Nordseewasser dümpeln. Dazu gesellen sich schwarze Kormorane, die gern nach Kleinfischen tauchen. In den Wintermonaten kommen oft Scharen von schwarzen Trauerenten. Dann sind besonders an der Sylter Südspitze auch Pracht-, Rothals- und Sterntaucher, Eisenten sowie weitere seltene Hochseevögel zu beobachten. Am Strand laufen die kleinen Sanderlinge und Alpenstrandläufer und picken Kleinlebewesen aus dem Sand.

Vogelschar an der Nordsee vor Sylt
Vogelschar an der Nordsee vor Sylt

In Herbst und Frühjahr dominiert der Vogelzug die Insel. Auf der Ostseite am Wattenmeer tummeln sich Millionen von Wattvögeln, die hier einen Zwischenstopp auf ihren langen Flugrouten zwischen Afrika und Sibirien machen. Dazu gehören vor allem: Knutts, Kibitzregenpfeifer, Pfuhlschnepfen und Goldregenpfeifer. Die möwenähnlichen Seeschwalbenarten sind daran zu erkennen, dass sie zunächst hektisch hin und her fliegen, um dann jäh in die Wellen herabzustoßen. Diese Zugvögel suchen zwischen Mai und September im offenen Meer ihre Nahrung, um den auf der Wattseite wartenden Nachwuchs durchzufüttern.

Einleitung

Auf Vogelbeobachtung

Sylt eignet sich hervorragend für Vogelbeobachtungen und Fototouren. Sollten Sie einmal unsicher sein, was Ihnen dort vor die Linse fliegt, können Sie Ihre Bilder mit denen von www.vogelfotografie-sylt.de vergleichen. Auf ihrer Seite hat Kirsten Rüther-Bendrin die Vogelwelt von Sylt abgelichtet.

Inhalt
Muscheln am Strand von Sylt

Strandfunde mit der BeachExplorer-App identifizieren

Für alle Entdecker hat die Schutzstation Wattenmeer mit dem BeachExplorer eine geniale Bestimmungs-App entwickelt, die bei der Identifizierung von Strandfunden hilft und diese in einem persönlichen Album katalogisiert.

Schweinswal Stele
Schweinswal Stele

Entlang des Weststrandes finden Sie an 20 Strandübergängen interaktive Tafeln, die etwas über das Walschutzgebiet und seine Bewohner erzählen. Jede Tafel ist ein Unikat mit unterschiedlichen Informationen. Deshalb lohnt es sich, diesen Sylter Walpfad einmal abzufahren und so zum Kleinwal-Kenner zu werden. Überall dort wo eine Waltafel steht, sind die Chancen gut, kleine Tümmler zu entdecken.

INSEL SYLT TOURISMUS-SERVICE

Wattenmeer in Morsum

Schutzgebiete

Um das natürliche Ökosystem zu bewahren, entstanden auf der Nordfrieseninsel zehn speziell gekennzeichnete Naturschutzgebiete. Durch umsichtiges Verhalten können Gäste zur Erhaltung der Flächen beitragen. Wir geben hierfür praktische Tipps.

Einleitung

Naturzentren und Führungen

Nach Oben