Jedes Jahr am 21. Februar findet das Biikebrennen auf der Insel Sylt statt. Diese Veranstaltung lockt viele Menschen an, die gemeinsam den Fackellauf bestreiten und das Feuer bestaunen. Aber wo kommt Biike eigentlich her? Was steckt hinter den großen Feuern, die Anfang des Jahres entzündet werden?

Der traditionelle Fackelzug beim Biike
Der traditionelle Fackelzug beim Biike

 

Biikebrennen – wie es damals war:

Um den Ursprung von Biike zu ergründen, müssen wir bis ins 13. Jahrhundert zurückblicken. Damals wurden Biikefeuer entzündet, um böse Geister zu vertreiben und die Saat für das kommende Jahr vor ihnen zu schützen.
Auf den Inseln wurde das Biikefeuer entzündet, um die Walfänger zu verabschieden. Die jährliche Walfangsaison begann damals am 22. Februar (Petritag). Am 21. Februar zündeten die Frauen die großen Feuer entlang des Strandes an, um ihren Männern durch das Licht des Feuers noch lange eine sichere Begleitung zu sein.
Eine Sylter Legende besagt, dass diese Feuer auch dem Zweck dienten, den dänischen Männern auf dem Festland ein Signal zu geben, dass die Inselfrauen nun wieder alleine auf ihren Höfen waren und männliche Hilfe und Unterstützung gut gebrauchen konnten.

Biikebrennen – wie es heute ist:

Heutzutage wird das Biikebrennen nicht mehr aus diesen historischen Gründen veranstaltet. Viele nutzen es heute praktischerweise, um die alten Weihnachtsbäume zu verbrennen.

Biike-Tradition-Sylter-Osten
Die Feuerstelle als Biike Tradition

 

Jeder Inselort hat sein eigenes Feuer und es wird dazu ein traditionelles Lied gesungen. Bürgermeister oder wichtige Sylter Persönlichkeiten der Orte halten, teilweise auch in der Sprache Söl’ring, eine Rede zum politischen Zeitgeschehen und der aktuellen Entwicklung auf Sylt.
Auf Sylt hat sich eine Tradition entwickelt, bei der Jugendliche die Biikefeuer nachts bewachen, denn es besteht ein Wettkampf zwischen den Gemeinden, welches Feuer von Jugendlichen aus anderen Orten zuerst entfacht wird.

In manchen Dörfern (z.B. Morsum) wird in dem Feuer eine Strohpuppe oder ein Teerfass verbrannt. Diese Puppe wird „Petermännchen“ genannt und sie symbolisiert den Winter, der mit der Verbrennung vertrieben werden soll. Traditionell wird vor oder nach dem Biikefeuer Grünkohl gegessen.

Ein Übersicht der Biikefeuer auf Sylt finden Sie hier.