Die Weihnachtsbäckerei ist eröffnet! Nachdem wir uns bereits mit einem deftigen Friesenfrühstück, salzigen Miesmuscheln und herzhaftem Deichlamm verwöhnten, wird es passend zum bevorstehenden Fest nun also höchste Zeit, den Backofen anzuwerfen, das Handrührgerät auf Hochtouren zu bringen und den Teigschaber zu polieren. Auf Sylt gibt es an Weihnachten und Silvester nämlich ein traditionelles Friesengebäck: Futjes.

Futjes – das klingt wie Fisch, aber was ist das wirklich?

Wer nicht aus Norddeutschland kommt und darum gebeten wird, mal seine wilden Assoziationen mitzuteilen, wenn er „Futjes“ hört, denkt vielleicht an Fisch. Beginnt schließlich mit dem gleichen Buchstaben und klingt irgendwie nach Matjes. Aber nein, eine Sylter Meeresspezialität ist Futjes nicht, sondern ein feines Gebäck mit Nüssen und Früchten. Die Füllung unterscheidet sich von Region zu Region, abseits der Insel sind die süßen Leckereien auch als „Förtchen“ oder „Pfütten“ bekannt. Traditionell kommen Futjes an Weihnachten und zu Silvester auf den Tisch und das schon seit Jahrhunderten. Manche Familien reichen schon seit Generationen ihre Familienrezepte an die Nachkommen weiter.

Futjes zubereiten – am besten mit Pförtchenpfanne

Klassisch wird das runde Gebäck, das an Berliner erinnert, mit Mandeln oder Pistazien, Rosinen, Pflaumen und oder anderem Obst und Trockenfrüchten gefüllt. Auch Apfelmus kommt manchmal rein. Eben ganz nach Geschmack. Gebacken werden Futjes wegen der Dünnflüssigkeit in speziellen Futjes-Pfannen mit runden Mulden. Darin wird der Teig in Fett ausgebacken, damit er nicht in der flachen Pfanne verläuft. Im Waffeleisen oder dem Cakepop-Maker kann man’s auch probieren, das Ergebnis ist dann aber nicht das Original. Besorgt euch also am besten eine günstige Pförtchenpfanne.

Rezept für Futjes nach Sylter Art

Zutaten

4 Eier
400 g Mehl
500 ml Buttermilch
1 EL Zucker
1 Pck. Backpulver
1 Pck. Vanillezucker
n. B. Vanille
Zimt + Zucker
Butter

Für die Füllung
Nüsse (z. B. Mandeln/Pistazien)
Obst oder Trockenfrüchte

Zubereitung

Schritt 1: Die Eier zubereiten

Trennt die Eier und schlagt das Eiweiß steif. Das Eigelb rührt ihr mit Zucker und Vanillezucker schön schaumig, bevor ihr Mehl, Backpulver und Buttermilch dazugebt. Nun hebt ihr den Eischnee unter.

Schritt 2: Die Füllung hinzugeben

Gebt nun in den Teig, womit ihr eure Futjes füllen möchtet. Nüsse, Obst oder Trockenfrüchte? Genauso gebt ihr ein wenig Vanille dazu – alles nach Bedarf.

Schritt 3: Die Futjes backen

Gebt ungefähr eine Messerspitze Fett (Butter) in jede Mulde der Pförtchenpfanne. Entscheidet ihr euch mangels Spezialpfanne für die Waffeln-Variante, schmiert ihr das ebenfalls gut mit Fett ein. Anschließend gebt ihr den Teig hinein, etwa ein bis zwei Esslöffel pro Mulde. Die Pförtchen solltet ihr zum beidseitigen Ausbacken einmal wenden.

Schritt 4: Feinschliff mit Zimt-Zucker

Mischt Zucker nach Bedarf mit einer ausreichenden Menge Zimt und verteilt den Zimt-Zucker auf einem Teller oder Backpapier. Darin wälzt ihr nun die Futjes. Anschließend esst ihr sie – frisch und noch warm. Guten Appetit!