Veröffentlicht am: 24.07.2025 Strandmenschen – Unsere Rettungsschwimmer Neuigkeiten Über Sylt Vorzüge des Tourismus Sie sorgen für Sicherheit im und am Wasser Rund 40 Rettungsschwimmer arbeiten beim Insel Sylt Tourismus-Service Rettungsschwimmer haben auf Sylt eine lange Tradition. Schon vor über hundert Jahren war in den Badebestimmungen zu lesen, dass Badegäste den Anweisungen des Aufsichtspersonals Folge leisten sollten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch das Signalhorn, das warnt, wenn jemand beim Baden in der Nordsee zu weit hinausschwimmt, gehört immer noch zum Strandalltag. Vieles hat sich weiterentwickelt, der Anspruch ist geblieben. Damals wie heute ist die Devise der Rettungsschwimmer trainieren, informieren, schnell reagieren, Leben schützen. Von Mitte Mai bis Ende September sorgen die Rettungsschwimmer an den bewachten Stränden Sylts für Sicherheit im und am Wasser. Allein beim Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) arbeiten in der Hauptsaison rund 40 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer an den Strandabschnitten in Rantum und Westerland – von der Nordseeklinik bis zur Sansibar. Täglich von 10.30 bis 17.00 Uhr sind sie im Einsatz und behalten bei Sonnenschein genauso wie bei Wind und Wellengang das Wasser, den Strand und die Badegäste stets im Blick. Auch John arbeitet als Rettungsschwimmer beim Insel Sylt Tourismus-Service. 2016 war sein erstes Jahr als Rettungsschwimmer. Heute studiert John in Köln Rettungsingenieurwesen, doch wenn es die Zeit erlaubt, zieht es ihn als Rettungsschwimmer an den Strand. Sein Vater stand schon in den Neunzigern auf dem Rettungsturm. Für John war der Weg also naheliegend, trotz der hohen Verantwortung, die man bereits als junger Rettungsschwimmer übernimmt. Wer auf Sylt als Rettungsschwimmer arbeitet, braucht mehr als Sonnencreme und gute Laune. Regelmäßiges Training gehört genauso dazu und natürlich volle Konzentration, auch wenn ringsum Urlaubsstimmung herrscht. „Jeden Mittwoch vor dem eigentlichen Dienstbeginn trainieren wir am Strand. Das Retten mit dem Board und der richtige Umgang mit Rettungsleinen müssen einfach sitzen“, sagt John. Rettungsschwimmer Peter Fleischhauer betont als Trainingsleiter, wie wichtig diese Übungseinheiten sind: „Im Training geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Teambuilding und darum, ein Gefühl für die Dynamik im Wasser zu entwickeln, egal bei welchem Wetter.“ Voraussetzungen für den Rettungsschwimmerjob beim ISTS sind zudem das Rettungsschwimmabzeichen in Silber, ein Erste-Hilfe-Kurs mit der Qualifikation Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie die Fähigkeit 1.000 Meter in unter 20 Minuten zu schwimmen. Dazu kommt die jährliche Brandungsprüfung direkt in der Nordsee. „Unsere Rettungsschwimmer sollen Spaß an ihrem Job haben – das gehört dazu. Aber am Ende geht es um Sicherheit. Viele der erfahrenen Rettungsschwimmer geben ihr Wissen an die Jüngeren weiter, das ist uns wichtig. Es geht nicht nur um Regeln, sondern auch um Erfahrung und Gespür. Darauf kommt es wirklich an“, sagt Peter Fleischhauer. Ein klassischer Arbeitstag beginnt mit einem kurzen Check der Bedingungen. Wie steht der Wind? Gibt es Strömungen? Haben sich sogenannte Trecker gebildet – Unterströmungen, die gefährlich werden können? Die Rettungsschwimmer gehen meist selbst kurz ins Wasser, um ein Gefühl für die Lage zu bekommen. Danach wird das Badefeld abgesteckt, die Ausrüstung gecheckt, Flaggen gehisst und dann beginnt der Dienst im Zweierteam. Ein großer Teil der Arbeit findet direkt mit den Gästen statt: erklären, aufmerksam machen, ansprechen. Etwa wenn Kinder längere Zeit in der prallen Sonne spielen oder Wassersportler mit ihren Boards in den Bereich des Badefeldes kommen. „Wir sind da, bevor etwas passiert – nicht erst, wenn es ernst wird“, sagt John. Und fügt hinzu: „Es ist ein Job mit viel Verantwortung, aber auch mit viel Lebensgefühl. Draußen sein, im Wasser, nah an der Natur und im direkten Austausch mit den Gästen. Genau das gefällt mir daran.“ Wenn um 17.00 Uhr die Fahne eingeholt wird und das Signalhorn ertönt, zieht es viele Rettungsschwimmer nach Dienstschluss zum Schwimmen oder mit dem Board noch einmal ins Wasser, einfach aus Leidenschaft für das Meer. 👉 Weitere interessante Storys unter www.insel-sylt.de/unsersylt Von Gritje Stöver