Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Sand erwärmen, ist es Zeit für den Saisonstart an Sylts Stränden. Damit alles für die Strandsaison 2025 rechtzeitig bereitsteht, laufen die Vorbereitungen beim Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) auf Hochtouren. Einer, der sich bestens damit auskennt, ist Arne Hansen. Als Bereichsleiter für die Außenbetriebe Technik sorgt er mit seinem Team dafür, dass die Strände in Westerland und Rantum fit für den Sommer werden.

Ein Job mit Meerblick – und viel Verantwortung

Arne Hansen (ISTS) koordiniert die Vorbereitungen für die Westerländer und Rantumer Strandsaison.

Arne Hansen ist ein echtes Inselkind. Geboren in Westerland, aufgewachsen in Hörnum, war seine Kindheit geprägt von Strand, Wasser und Segeln. Seit 1996 arbeitet der gelernte Tischler beim ISTS. 2004 legte er die Meisterprüfung ab und übernahm ein Jahr später die Leitung des Bereichs von seinem Vorgänger Fredy Stange. Seine Arbeit ist abwechslungsreich und anspruchsvoll. Es geht darum, die Infrastruktur am Strand zu erhalten, Logistik und Personal zu koordinieren und auf die natürlichen Veränderungen der Küstenlandschaft zu reagieren.

„Wir sind bei jedem Wetter draußen – das macht es so besonders. Kein Tag ist wie der andere, und wir erleben die Insel in all ihren Facetten“, erzählt er.

Von Sandschiebearbeiten bis zum Aufbau der Wandelbahn

Aktuell steht der Aufbau der Wandelbahn im Mittelpunkt. Ab dem 17. März beginnen die Sandschiebearbeiten an der Wandelbahn Süd zwischen Himmelsleiter und Robbenweg. Während dort der Sand bewegt wird, wird die Wandelbahn Nord zwischen Seenot und Lornsenweg abgebaut. Sobald die Nordroute entfernt ist, wechseln die Teams die Standorte. Der Sand für die Wiedererrichtung der Wandelbahn Nord wird in Form gebracht, während gleichzeitig die Wandelbahn Süd aufgebaut wird. Danach verlagern sich die Arbeiten wieder nach Norden, um dort die Holzwege neu zu errichten. Die gesamte Maßnahme ist auf zehn Arbeitstage ausgelegt, ein straffer Zeitplan, der eine präzise Abstimmung erfordert.

„Das ist jedes Jahr eine Herausforderung, weil wir mit den Gegebenheiten arbeiten müssen, die uns das Wetter und die Natur hinterlassen haben. Manchmal haben Stürme den Sand so verteilt, dass wir mehr Zeit für Vorbereitungen brauchen. Dann muss alles flexibel geplant werden“, erklärt Hansen.

Instandhaltung der Strandinfrastruktur

Parallel zum Wandelbahn-Projekt laufen zahlreiche weitere Maßnahmen, um die Strände für die Saison vorzubereiten. Die Anschlüsse für Strom und Wasser werden überprüft und gegebenenfalls repariert. Die Flächen, auf denen die Strandkörbe aufgestellt werden, müssen plan gemacht werden, damit die Körbe später sicher stehen. An vielen Übergängen werden die Treppen erneuert oder nach dem Winter neu installiert. Auch die Rettungsschwimmerhäuschen werden aufgestellt und die Müllsammelstationen werden wieder an ihre Plätze gebracht.

„Viele sehen nur das fertige Ergebnis, aber dahinter steckt viel Arbeit. Ohne diese regelmäßige Instandhaltung würden die Strände nicht so aussehen, wie wir sie kennen“, so Hansen.

Strandbereisung und Küstenschutz

Ein fester Termin im Frühjahr ist die jährliche Strandbereisung des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN S.-H.), die in diesem Jahr am 18. März stattfindet. Vertreter des Landes treffen sich mit den Bürgermeistern der Inselgemeinden sowie den Strandverantwortlichen, um den Zustand der Küsten zu beurteilen und über notwendige Maßnahmen zu beraten. Ein zentrales Thema sind die Veränderungen der Strände durch Stürme und Strömungen. Besonders betroffen sind exponierte Abschnitte wie der Hauptstrand in Westerland, der Brandenburger Strand und der Bereich Samoa. Hier trägt das Meer kontinuierlich Sand ab. Gleichzeitig gibt es Abschnitte wie Badezeit, die durch natürliche Sandablagerungen wachsen.

„Wir sehen jedes Jahr, wie sich die Strände verändern. Manche Abschnitte verlieren Sand, an anderen lagert er sich an. Das ist ein Prozess, den wir genau beobachten und mit gezielten Maßnahmen ausgleichen müssen“, sagt Hansen.

Der ISTS hat nicht nur den Küstenschutz im Blick, sondern auch die touristische Nutzung der Strände. Durch die Erneuerung der Uferschutzmauer am Westerländer Hauptstrand bleibt der Küstenschutz gewährleistet, doch gleichzeitig wird der Strand an dieser Stelle zunehmend schmaler. Schon in der vergangenen Saison konnten in einigen Bereichen keine Strandkörbe mehr aufgestellt werden. Nun gilt es zu klären, ob neben den mittlerweile üblichen Sandvorspülungen im Wasser auch wieder zumindest partielle Sandaufspülungen als Küstenschutzmaßnahme möglich werden. Dies würde nicht nur dem Küstenschutz dienen, sondern echten Zusatznutzen bringen, da das Stranderlebnis erhalten bliebe, statt immer mehr – insbesondere bei Hochwasser und westlichen Winden – eingeschränkt zu werden.

Ohne Strandpflege kein Stranderlebnis

Nicht nur die Küste ist betroffen – auch der Wind verändert die Strände. Bei langanhaltenden Stürmen können Sandverwehungen dazu führen, dass Strandübergänge komplett zugeschüttet werden. Ein Beispiel dafür ist der Strandübergang Lornsenweg. Aufgrund anhaltender Versandungen wurde dieser kürzlich etwa 30 Meter weiter südlich neu angelegt. Ohne regelmäßige Maßnahmen wären bis zu 70 % der Strandübergänge unpassierbar.

„Ohne unsere Arbeit sähe es hier ganz anders aus. Viele Bereiche wären nicht mehr zugänglich. Die Strände sind das Aushängeschild der Insel – und damit sie das bleiben, ist es unsere Aufgabe, sie zu pflegen und zu erhalten“, betont Hansen.

Das ISTS-Team sorgt auch in diesem Jahr dafür, dass Sylts Strände pünktlich zur Saison in einwandfreiem Zustand sind. Insulaner und Gäste können sich also schon jetzt auf einen unbeschwerten Start in die Strandsaison 2025 freuen.