Veröffentlicht am: 20.02.2024 Biikebrennen – Die Geschichte dahinter Erlebnisse Über Sylt Jedes Jahr am 21. Februar findet das Biikebrennen auf der Insel Sylt statt. Diese Veranstaltung lockt viele Menschen an, die gemeinsam den Fackellauf bestreiten und das Feuer bestaunen. Aber wo kommt Biike eigentlich her? Was steckt hinter den großen Feuern, die Anfang des Jahres entzündet werden? Der traditionelle Fackelzug zur Biike Biikebrennen – wie es damals war: Um den Ursprung von Biike zu ergründen, müssen wir bis ins 13. Jahrhundert zurückblicken. Damals wurden Biikefeuer entzündet, um böse Geister zu vertreiben und die Saat für das kommende Jahr vor ihnen zu schützen. Auf den Inseln wurde das Biikefeuer entzündet, um die Walfänger zu verabschieden. Die jährliche Walfangsaison begann damals am 22. Februar (Petritag). Am 21. Februar zündeten die Frauen die großen Feuer entlang des Strandes an, um ihren Männern durch das Licht des Feuers noch lange eine sichere Begleitung zu sein. Eine Sylter Legende besagt, dass diese Feuer auch dem Zweck dienten, den dänischen Männern auf dem Festland ein Signal zu geben, dass die Inselfrauen nun wieder alleine auf ihren Höfen waren und männliche Hilfe und Unterstützung gut gebrauchen konnten. Biikebrennen – wie es heute ist: Heutzutage wird das Biikebrennen nicht mehr aus diesen historischen Gründen veranstaltet. Vielmehr dient die Biike nun als Sinnbild zur Verabschiedung und Vertreibung des Winters. Dies gelingt mal mehr, mal weniger erfolgreich. Die Biike ist friesische Tradition Nahezu jeder Inselort hat sein eigenes Feuer, während des Entzündens wird traditionell das Lied „Üüs Sölring Lön“ gesungen. Bürgermeister, Ortsbeiratsvorsitzende oder wichtige Sylter Persönlichkeiten der Orte halten, auch in der Sprache Söl’ring, eine Rede zum politischen Zeitgeschehen und der aktuellen Entwicklung auf Sylt. Auf Sylt hat sich eine Tradition entwickelt, bei der Jugendliche die Biikehaufen nachts bei der sogenannten „Biikewache“ bewachen, denn es besteht ein Wettkampf zwischen den Gemeinden, welches Feuer von Jugendlichen aus anderen Orten zuerst entfacht wird. In manchen Dörfern (z. B. Archsum) wird in dem Feuer eine Strohpuppe verbrannt. Diese Puppe wird „Petermännchen“ genannt und sie symbolisiert den Winter, der mit der Verbrennung vertrieben werden soll. Andere Orte (z. B. Westerland oder Tinnum) platzieren ein Teerfass an einem Mast in der Biike. Fällt dieses um, ist der Winter offiziell beendet und die Besucher verabschieden sich von der Biike zum traditionellen Grünkohlessen. Alle Informationen zur Biike auf Sylt finden Sie hier. Von lotta