Veröffentlicht am: 23.07.2026 AUSSTELLUNG „NORDSEELE“ von Birgit Egen Blog Neuigkeiten Wenn aus Gebrauchtem Kunst mit Haltung wird – Malerin Birgit Egen zeigt in der Galerie am Meer abstrakte Werke unter anderem auf ausgedienten Segeln Wind, Salz und Zeit haben an ihnen gearbeitet, lange bevor der erste Pinselstrich darauf traf: Auf ausgedienten Segeln entstehen abstrakte Werke, deren Gebrauchsspuren Teil der Komposition bleiben. Das Projekt „ARTcycling by egenART“ umfasst unterschiedlichste Bildträger mit eigener Geschichte wie alte Seekarten, leere Tablettenblister und Amazon-Verpackungen. Birgit Egen verbindet in ihren farbintensiven Werken die besonderen Strukturen des Materials mit Emotionen und lässt durch individuelle Erfahrungen viel Raum für Interpretationen. Unter dem Titel „NORDSEELE“ zeigt die Meisterschülerin von Prof. Markus Lüpertz noch bis zum 30. Juli in der Galerie am Meer, wie Kunst bestehende Materialien neu denken und in einen ästhetischen Kontext überführen kann. Aktuelle Upcycling Projekte von Birgit EgenWie gelingt es, aus dem, was als verbraucht oder wertlos gilt, wieder etwas Eigenständiges zu machen? Genau dieser Frage geht Birgit Egen in ihrem Projekt „ARTcycling by egenART“ nach. Statt Materialien zu entsorgen, sammelt sie sie – ausgediente Segel, alte Karten, leere Tablettenblister, Verpackungen, Kabelbinder – und verwandelt sie in eigenständige Kunstwerke. „In meinen Arbeiten verbinde ich Kunst und Nachhaltigkeit als klare Haltung. Ich verwandle übersehene Materialien in eigenständige Werke und verschiebe ihren Wert durch künstlerische Transformation“, beschreibt die Künstlerin ihren Ansatz. Projekt 01 „Coffee to go“ – Alte Kaffeesäcke werden zum Bildträger. Ihr grobes Gewebe fordert einen eigenen Umgang mit Farbe: Sie zieht ein, bricht, verläuft und schafft jedes Mal eine unberechenbare, lebendige Struktur. Projekt 02 „Das Beste, was einem alten IKEA-Bild passieren kann“ – Egen sammelt deutschlandweit Exemplare des bekannten IKEA-Motivs VILSHULT MANHATTEN über Kleinanzeigen und soziale Medien und verwandelt sie in individuelle Unikate – mal integriert sie das Ursprungsbild sichtbar, mal nur angedeutet. 2025 war sie mit dieser Serie Finalistin des österreichischen Kunstpreises St. Leopold. Projekt 03 „Sail away“ – Ausgediente Segel tragen Spuren von Wind, Salz und Zeit. Egen malt direkt auf diesen Bildträgern, lässt Gebrauchsspuren und Struktur des Materials bestehen und schafft so einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart und vereint dabei Malerei und Nachhaltigkeit. Projekt 04 „map me“ – Alte Seekarten, Wanderkarten und Skikarten werden zur Leinwand. Reale Koordinaten und Routen verbinden sich mit gemalten Formen zu Bildern, die von Aufbruch und Orientierung erzählen. Projekt 05 „pack the blister“ – Leere Tablettenblister, die sie kostenfrei von einer Nachbarschaftshilfe für ältere Menschen erhält, werden zum gestalterischen Element: aufgetragen, übermalt, teils transparent belassen. So entsteht ein Mosaik aus Struktur, Licht und Tiefe und ein stiller Verweis auf Vergänglichkeit und Neubeginn. Projekt 06 „Jedem sein Päckchen…“ – Acryl auf gebrauchtem Verpackungsmaterial von Amazon: Kartons, Klebebänder, Logos und Aufdrucke bleiben sichtbar und treten in Kontrast zur malerischen Geste. Ein bewusster Blick auf Versandkultur und Konsumspuren, den Egen auch in Workshops – etwa in Hotels – weitergibt. Projekt 07 „Verwendung von alten Kabelbindern“ – Material, das auf Baustellen übrigbleibt und keinem ursprünglichen Zweck mehr dient, wird durch Bündelung und Anordnung zu monochromatischen Wandarbeiten mit starkem räumlichem Kontrast aus Licht, Schatten und Struktur. Was diese Projekte verbindet, ist ein genauer Blick auf das, was wir täglich verbrauchen und wegwerfen – von der Amazon-Verpackung bis zum leeren Blister. Für uns auf Sylt, einer Insel, auf der in der Hauptsaison besonders viel davon zusammenkommt, trifft das einen wunden Punkt: Wie gehen wir mit dem um, was wir konsumieren? Birgit Egens Bilder sind dabei keine Anklage, sondern eine Einladung, genauer hinzuschauen und Schönheit auch dort zu entdecken, wo wir sie zunächst nicht vermuten. Zehn Prozent des Verkaufserlöses der Ausstellung gehen an die Seenotrettungsstationen List und Hörnum der DGzRS. Details zur Ausstellung ÜBER DIE KÜNSTLERIN Seit 1999 entwickelt Birgit Egen ihre künstlerische Sprache konsequent weiter. Ein Schwerpunkt ihrer Ausbildung liegt in ihrem abgeschlossenen Studium der Malerei und Zeichnung bei Prof. Markus Lüpertz an der Freien Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor. Weitere prägende Impulse erhielt sie von Katja Gramann, Friedrich Dickgießer, Leander Kresse, Arnim Tölke und Reinhold Braun. Seit Februar 2026 ist sie Meisterschülerin von Prof. Markus Lüpertz. Ihre Arbeit lädt zu Dialog und Reflexion über Emotionen und Erfahrungen ein. Ein zentraler Bestandteil ihrer Praxis ist das Projekt „ARTcycling by egenART“, in dem sie Materialien ressourcenschonend neu interpretiert. Birgit Egen ist Mitglied im Berufsverband der bildenden Kunst, bei Kunst International sowie in weiteren Kunstvereinen und -kollektiven. Zur Künstlerin Von Kristina Kreiss