Veröffentlicht am: 28.10.2024 Forschung zum Anfassen – Alfred-Wegener-Institut auf dem Windsurf World Cup Nachhaltigkeit Am fünften Tag des Windsurf World Cups auf Sylt drehte sich nicht nur alles um das spektakuläre Surfevent, sondern ebenfalls um das Thema Nachhaltigkeit. Wie schon an den vergangenen Tagen präsentierte sich das Surfhouse Sylt, das mit seiner kreativen Upcycling-Nähstation viele Besucher begeisterte. Hier wurden aus altem Kitematerial, Segeln, Strandkorbpolstern oder Werbebannern nicht nur praktische Taschen in jeder Form und Größe, sondern auch originelle Türstopper hergestellt – ein inspirierendes Beispiel dafür, wie man kaputten Dingen ein zweites Leben schenken kann. Ebenfalls wieder vor Ort war der beliebte Foodtruck, der die Gäste mit köstlichem, heißem und regionalem Essen versorgte und so eine nachhaltige und vor allem gesunde Alternative für hungrige Besucher bot – ein besonderes Highlight, aufgrund der eisigen Temperaturen: die Bohnensuppe á la „Bud Spencer“ und der weiße Glühwein!Das besondere Highlight dieses Tages war der Besuch des Alfred-Wegener-Instituts (AWI). Das Team der AWI Wattenmeerstation Sylt bot, unter dem Motto „Forschung zum Anfassen“ Gästen spannende Einblicke in die Welt der Meeres- und Klimaforschung und erklärte komplexe Zusammenhänge anschaulich und kindgerecht. Was macht das Alfred-Wegener-Institut?Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar-und Meeresforschung, ist eine der weltweit führenden Einrichtungen für die Erforschung der Polarregionen und Ozeane. Seit seiner Gründung trägt das Institut maßgeblich dazu bei, das Verständnis für komplexe Prozesse in den Ozeanen und Küsten zu vertiefen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Einfluss des Klimawandels und den Schutzmaßnahmen für bedrohte Ökosysteme.Die Wattenmeerstation in List auf Sylt beschäftigt sich mit der Erforschung und dem Schutz des einzigartigen Lebensraumes Wattenmeer, einem UNESCO-Weltnaturerbe. In der Station werden zahlreiche wissenschaftliche Projekte zu Ökologie, Artenvielfalt und den Auswirkungen des Klimawandels auf das Wattenmeer durchgeführt. Zudem werden Bildungsprogramme für Besucher und Schulklassen angeboten, um Wissen über diesen besonderen Lebensraum zu vermitteln.2024 feierte die Wattenmeerstation ihr 100-jähriges Jubiläum und blickt damit auf ein Jahrhundert erfolgreicher Forschung und Engagement für Naturschutz zurück. Die Rolle der Muscheln: Ein beeindruckendes ExperimentEine der anschaulichsten Präsentationen des Tages war der Vergleich zwischen zwei Meereswasseraquarien. Beide waren mit Wasser gefüllt, jedoch befanden sich in einem der Aquarien zusätzlich Muscheln. Das Ergebnis war für alle Besucher direkt sichtbar: Das Meerwasser im Aquarium mit den Muscheln war deutlich klarer. Dieses einfache, aber wirkungsvolle Experiment veranschaulichte eindrucksvoll, wie wichtig Muscheln für das Ökosystem Meer sind. Sie filtern Partikel und tragen so zur Klarheit des Wassers bei – eine Erkenntnis, die bei vielen Gästen Erstaunen hervorrief. Schutz vor Wellen: Pflanzen als natürlicher KüstenschützerEin weiteres faszinierendes Experiment war ein Lego-Modell einer Küstenlandschaft mit zwei Häusern an der Küste. Eines der Häuser war von Pflanzen umgeben, das andere nicht. Besucher konnten selbst durch eine bewegliche Scheibe Wellen erzeugen und beobachten, wie diese auf Häuser trafen. Die Demonstration machte deutlich, wie Pflanzen die Kraft der Wellen mindern und so Küsten vor Erosion und Schäden schützen können. Es war ein eindrückliches Beispiel dafür, wie gezielte Bepflanzung und natürliche Barrieren zur Sicherung von Küstenregionen beitragen. Interaktive Meeresbewohner: Seeigel und Seesterne zum AnfassenFür viele Besucher, vor allem für die Jüngeren, war das absolute Highlight das interaktive Aquarium mit lebenden Seeigeln und Seesternen. Getreu dem Motto „Forschung zum Anfassen“ durften die Gäste diese faszinierenden Meeresbewohner vorsichtig auf die Hand nehmen und sie aus nächster Nähe betrachten. Die Freude und das Staunen war deutlich zu spüren – es war eine seltene Gelegenheit, solche Tiere in direktem Kontakt zu erleben, und sowohl Kinder als auch Erwachsene waren gleichermaßen fasziniert. Die Experten des AWI: Wissen teilen, Bewusstsein schaffen Die Ausstellung wurde von drei Mitarbeitenden des Alfred-Wegener-Instituts begleitet, die mit viel Enthusiasmus und Fachwissen den Besuchenden Rede und Antwort standen. Ihre Erklärungen zu den Zusammenhängen zwischen den gezeigten Experimenten und den Herausforderungen des globalen Klimawandels machten den Tag nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich. Besonders beeindruckend war, wie es ihnen gelang, komplexe wissenschaftliche Themen verständlich und greifbar zu machen. Der Tag mit dem Alfred-Wegener-Institut im Rahmen der Nachhaltigkeitstage war ein voller Erfolg und hinterließ bei vielen Gästen einen bleibenden Eindruck. Das „Forschen zum Anfassen“-Konzept ermöglichte es auf spielerische Weise mehr über die Bedeutung des Meeresschutzes und die Rolle der Wissenschaft zu erfahren. Vor allem wurde eines deutlich: Jede und jeder von uns kann durch nachhaltiges Handeln einen Beitrag zum Schutz der Meere und Küsten leisten. Von lotta